Wofür

Ich habe zurzeit das Gefühl nirgendwo richtig hinzugehören, weiß nicht was mein zu Hause ist, weiß nicht wo ich bin, wo ich hinmöchte, wo ich vielleicht morgen stehe. Alles steht auf der Kippe, geht es nach rechts oder nach links? Bergab oder Bergauf? Wohin führt mich dieser unsichere fast verschwindende Pfad den ich eingeschlagen habe? Alles ist zugewuchert, alles verschwimmt im unklaren Nebel um mich herum, halb blind taste ich mich voran, habe Angst vor jedem weiteren Schritt. Wünschte ich könnte mich an ein winzig kleines Stückchen Sicherheit klammern, etwas das mir Halt gibt, mich stützt. Habe das Gefühl immer weiter abzurutschen, kämpfe dagegen an, strample unentwegt mit letzter Kraft, möchte nicht untergehen, muss es zur Oberfläche schaffen, bis zum rettenden Ufer schwimmen. Doch mein Wille schwächelt, schwindet immer weiter, ebenso wie meine Kräfte. Zu viele Enttäuschungen, zuviel Konkurrenz, zu viel Verantwortung. Wie einfach wäre es loszulassen, wie verlockend ist es sich einfach fallen zu lassen, einfach die Augen zu schließen und zu vergessen. Zurückgehen, zurück in das all bekannte, das vertraute, da wo ich weiß was ich zu tun habe, was richtig und was falsch ist, wohin der Weg führt. Doch wenn ich mich umdrehe kämpft etwas in mir an, zwingt mich weiterzugehen, weiterzumachen, es zu schaffen, es mir selbst und der Welt zu beweisen. Wofür habe ich es sonst bis hierher geschafft? Wofür all die Anstrengungen, all die Sorgen auf mich genommen? Wofür, wenn ich jetzt aufgebe?

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