zu Hause?

Als ich Gas gebe, passiert plötzlich nichts mehr. Meine Handbewegung geht ins Leere. Der Motor meines Rollers scheint zu bremsen und meine Geschwindigkeit verlangsamt sich Meter für Meter obwohl es bergab geht. Verunsichert halte ich an, schalte den Roller aus und nach einer kurzen Pause wieder an. Nichts. Nichts passiert außer ein hohles monotones Knattern, aber anspringen will er nicht mehr. Verzweifelt setze ich meinen Helm ab, und starre meinen treuen Wegbereiter an. Was soll ich denn jetzt machen? Ich bin mitten im Nirgendwo, weit weg von zu Hause, allein. Natürlich ist Sonntag, solche Sachen passieren immer Sonntags. Und natürlich auch nicht in der Stadt sondern irgendwo auf dem Land wo weit und breit nichts ist. Alles andere ist ja auch zu einfach. Ratlos greife ich nach meinem Handy, mein erster Impuls meine Eltern anzurufen erweist sich jedoch sofort als sinnlos. Die sind hunderte Kilometer weit weg und können jetzt auch nichts machen. Plötzlich wird mir bewusst, das dass, das Leben ist. Welcome to the game. Ich bin erwachsen, im wahrsten Sinne des Wortes. Vorletzte Woche bin ich 21 geworden - also offiziell volljährig. Ich muss Probleme jetzt alleine lösen, kann mich nicht immer nur auf meine Familie verlassen wie ich es sonst immer getan habe. Diese Erkenntnis trifft mich komischerweise unerwartet, wohne ich doch schon fast ein Jahr nicht mehr zu Hause. Und trotzdem, wird es mir jetzt erst so richtig bewusst, was das alles bedeutet. Genau jetzt vermisse ich meine Mama und meinen Papa, diese Gewissheit und Verlässlichkeit die man bei seinen Eltern hat, zu wissen das sie immer für einen da sind und einem immer helfen - egal was dafür auch nötig ist. All diese Kleinigkeiten und Dinge die doch Beweise ihrer unbegrenzten Liebe zu dir sind. Wie dankbar ich dafür bin, solch wundervollen Menschen in meinem Leben zu haben.

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